Die Menschen

 

DIE GESCHICHTE Im Altertum war das Gebiet des heutigen Libanon das Zentrum der phönizischen Zivilisation. Es wurde im Verlauf der Geschichte von Assyrern, Babyloniern und Persern beherrscht. Alexander der Große eroberte das Gebiet für Griechenland im Jahre 332 v.Chr.. Die römische Herrschaft begann 64 v.Chr.. Bis zum 4.Jahrhundert breitete sich das Christentum aus. Im 7.Jahrhundert brachten arabische Eroberer den Islam ins Land. Nur im Hochland des Libanongebirges verblieb eine Enklave christlicher Maroniten. Die Zeit vom späten 11. bis zum 13. Jahrhundert wurde durch die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen christlichen Kreuzfahrern und den ansäßigen Muslimen geprägt. 1516 wurde das Gebiet Teil des Osmanischen Reiches, ausgenommen das Libanongebirge. Die Türken herrschten bis zum 1. Weltkrieg (1914-1918) und wurden dann von französischen und britischen Truppen aus der Region vertrieben. Nach dem Krieg waren der Libanon und Syrien französisches Protektorat. 1926 wurde der Libanon zu einer nahezu selbständigen Republik erhoben, 1944 erlangte das Land seine vollständige Unabhängigkeit. Die militärischen Einheiten Frankreichs zogen erst 1946 aus dem Libanon ab. Eine Regierung mit Vertretern der verschiedenen Religionsgruppen wurde gebildet. Der Präsident sollte ein maronitischer Christ sein, der Ministerpräsident ein sunnitischer Muslim und der Parlamentspräsident ein schiitischer Muslim. Alle Religionsgruppen sollten nach ihrem Bevölkerungsanteil in der Nationalversammlung vertreten sein. 1958 kam es zum Bürgerkrieg zwischen christlichen Milizen und Regierungstruppen auf der einen Seite und nichtchristlichen Milizen auf der anderen Seite. Im Verlauf des Konflikts intervenierten auf Ersuchen des libanesischen Staatspräsidenten Truppen der USA. Die Christen behielten die Mehrheit im Parlament, obwohl sie in den siebziger Jahren nicht mehr die Mehrheit der Bevölkerung stellten. Die eigentliche Macht hatten jedoch nicht die gewählten Volksvertreter inne, sondern eine reiche Elite und eine Gruppe Militärs. Die Mehrzahl der Bevölkerung, zunehmend schiitische Muslime, lebte in sehr bescheidenen Verhältnissen, ihre Unzufriedenheit schlug sich in Aufruhr und Demonstrationen nieder. Erschwerend auf die Situation im Land wirkte sich die Anwesenheit von Tausenden von palästinensischen Flüchtlingen aus, die nach den arabisch-israelischen Kriegen von 1948/1949 und 1967 in den Libanon geflüchtet waren. Die Palästinenser lebten vorwiegend in Flüchtlingslagern im Süden des Libanon. Nachdem sich 1964 die PLO (Palestine Liberation Organization: Palästinensische Befreiungsorganisation) formiert hatte, begann in palästinensischen Lagern die Ausbildung von Guerillakämpfern. Anfang 1968 kam es vom Südlibanon aus zu Militäraktionen gegen Israel. Israel antwortete mit Angriffen auf Palästinenserlager im Südlibanon. Die Situation vergrößerte die Kluft zwischen libanesischen Christen (von denen viele Gegner der palästinensischen Guerillaaktionen waren) und libanesischen Muslimen (von denen die meisten für die Palästinenser Partei ergriffen). Anfang der siebziger Jahre verschärfte sich der Konflikt. Christliche Milizen begannen den bewaffneten Kampf gegen die Palästinenser, der 1975 zum Bürgerkrieg führte. 1976 kam nach mehr als 50 fehlgeschlagenen Waffenstillstandsabkommen ein Waffenstillstand zustande, die Kampftruppen der Kriegsparteien lösten sich jedoch nicht auf. Radikale muslimische Gruppen kontrollierten Westbeirut und fast den gesamten Nordlibanon, während die Palästinenser große Teile des südwestlichen Libanon beherrschten. 1978 und 1982 marschierten israelische Truppen im Libanon ein. 1983 unterzeichneten Israel und der Libanon ein Friedensabkommen, das den Abzug aller ausländischen Truppen aus dem Libanon garantieren sollte. Jedoch verblieben syrische und israelische Truppen sowie die PLO im Land, und der Bürgerkrieg brach gegen Ende desselben Jahres erneut aus. Nachdem 300 amerikanische und französische Soldaten getötet worden waren, zog sich die multinationale Friedenstruppe im März 1984 aus dem Gebiet zurück. Die Kämpfe wurden fortgeführt. 1982 fiel der neugewählte Präsident und Anführer der christlichen Miliz Beschir Gemayel einem Attentat zum Opfer und sein Bruder Amin Gemayel wurde zum Nachfolger gewählt. Als Vergeltung für die Ermordung Beschir Gemayels töteten Falangisten (die rechtsgerichteten Christen) viele Bewohner der Palästinenserlager Shatila und Sabra in Westbeirut. Amin Gemayel beendete 1988 seine Amtszeit als Präsident und ernannte eine aus sechs Mitgliedern bestehende militärische Übergangsregierung. Die Mitglieder der Regierung verweigerten die Zusammenarbeit und dem Libanon drohte die Teilung in einen christlichen und einen muslimischen Teil.  Ab März 1989 kam es zu schweren Kämpfen, die bis zum Waffenstillstand am 23. September anhielten. Eine Charta der nationalen Aussöhnung wurde unterbreitet, die eine proportionale Vertretung von Christen und Muslimen in Parlament und Kabinett sowie die Auflösung aller Milizen innerhalb von sechs Monaten gewährleisten sollte. Die Militärregierung wies die Charta zurück, während das Parlament sie billigte und den maronitischen Christen René Mouawad zum Präsidenten wählte. Mouawad wurde 17 Tage später ermordet. Elias Hrawi, ebenfalls Maronit, wurde zum Nachfolger gewählt. 1991 erlangte die libanesische Armee durch syrische Unterstützung wieder die Kontrolle über weite Teile des Landes. Die Milizen zogen sich gemäß einem Friedensabkommen aus Beirut zurück und die “Grüne Grenze”, die lange Zeit die Stadt in eine christliche und eine muslimische Zone geteilt hatte, wurde aufgehoben. Bis Mitte 1991 hatten beinahe alle Milizen die Waffen niedergelegt und die Autorität der Regierung anerkannt. Mit Syrien wurde ein Freundschaftsvertrag geschlossen, der gemeinsame Gremien vorsah, die die Bereiche Wirtschaft, Verteidigung und Außenpolitik regeln sollten. Israel sah diesen Vertrag als Teil einer Umwandlung des Libanon in ein syrisches Protektorat an, während viele Libanesen ihn als Bedrohung ihrer Unabhängigkeit betrachteten. Israelische Truppen führten die Gefechte mit den Palästinensern im Südlibanon fort. Syrische Truppen blieben im Libanon stationiert. Fünfzehn Jahre Bürgerkrieg bedeuten den völligen Ruin der Wirtschaft des Landes. 1992 wurden Parlamentswahlen abgehalten, und 1993 verkündete Ministerpräsident Rafik al-Hariri Pläne zum Wiederaufbau des Landes. Seit dieser Zeit sind mit Hilfe der privaten Wirtschaft und ausländischer Investitionen beträchtliche Fortschritte erzielt worden. Im Südlibanon kommt es nach wie vor zu kriegerischen Auseinandersetzungen. 1994 führte Israel Vergeltungsangriffe gegen die Standorte schiitischer Milizen (Hisb Allah). 

 

BEVÖLKERUNG Die Einwohnerzahl des Libanon betrug 3 Millionen (1995), bei einer jährlichen Wachstumsrate von 3,3 Prozent (1990-1995). Die Hauptstadt Beirut ist die größte Stadt des Landes, Tripoli folgt an zweiter Stelle. Etwa 87,2 Prozent (1995) der Bevölkerung leben in Städten. Im Bekaatal gibt es viele kleine Dörfer. Ungefähr 95Prozent der Bevölkerung sind Araber, vier Prozent sind Armenier, die vorwiegend in Beirut leben. 

 

SPRACHE Die Amtssprache ist Arabisch und wird von fast allen Libanesen gesprochen. Französisch und Englisch sind ebenfalls Amtssprachen, die hauptsächlich von Personen mit höherer Bildung benutzt werden. Die armenische Minderheit spricht Armenisch oder Türkisch. Viele Libanesen sprechen mehr als eine Sprache. 

 

RELIGION Im Personalausweis jedes Staatsbürgers ist die Religionszugehörigkeit vermerkt. Christen machen heutzutage 25Prozent der Bevölkerung aus, während sie vor 20Jahren mehr als 50Prozent stellten. Die größte christliche Gruppe sind die Maroniten, deren orientalische Kirche den römisch-katholischen Papst anerkennt. Staatlich anerkannt sind zehn weitere christliche, in der Mehrzahl katholische oder orthodoxe Gruppen. Der Großteil der restlichen Bevölkerung sind Muslime. Die wichtigsten muslimischen Gruppen sind Schiiten und Sunniten. Die Drusen, eine Glaubensgemeinschaft, die sich im Mittelalter vom Islam abspaltete, stellen eine andere bedeutende religiöse Minderheit. Im Gegensatz zu vielen anderen Religionen besitzen Drusen keine heilige Schrift, sondern überliefern die Glaubensinhalte mündlich. über diese Religion ist daher nur wenig bekannt. Es gibt auch eine kleine jüdische Minderheit. 

 

MENTALITÄT Vor dem Bürgerkrieg war der Libanon (zumindest Beirut) ein blühendes Handels- und Wirtschaftszentrum, das für seine tolerante Haltung und Offenheit in der arabischen Welt bekannt war. Die Libanesen sind derzeit mit der Wiederherstellung des Friedens und dem Wiederaufbau des Landes beschäftigt. Die libanesische Gesellschaft wird durch Religion und Standeszugehörigkeit gespalten. Viele Libanesen sind in ihrer persönlichen Grundhaltung von einer fatalistischen Lebenseinstellung geprägt, da es von alters her nur schwer möglich war, Standesgrenzen zu überwinden. 

 

ERSCHEINUNGSBILD In libanesischen Städten ist europäische Kleidung Standard. Daneben gibt es die traditionelle muslimische Kleidung, z.B. den Chador der Frauen (ein langer Schleier, der den gesamten Körper bedeckt und der über der normalen Kleidung getragen wird). Konservative Anzüge und schlichte Gewänder bestimmen das Erscheinungsbild. Freizügigere Bekleidung wird in Großstädten selten, in ländlichen Gebieten niemals getragen. 

 

Sitten und Gebräuche

BEGRÜßUNGEN Sowohl Männer untereinander als auch Frauen untereinander schütteln sich zur Begrüßung die Hand. Es gilt als unhöflich, wenn ein Mann einer verschleierten, muslimischen Frau die Hand gibt. Gute Freunde oder Verwandte begrüßen sich auch mit einem Wangenkuß, wobei sich nur Frauen untereinander und Männer untereinander küssen. Die körperliche Distanz zwischen Gesprächspartnern ist in der Regel geringer als in westlichen Ländern. Allgemeine Begrüßungsformeln sind Bonjour (Guten Tag), Salut (Hallo), Hi oder das arabische Keef halik (Wie geht es Dir/Ihnen?) für Frauen und Keef halak für Männer. In ländlichen Gebieten begrüßt man sich vorwiegend auf Arabisch.

 

GESTEN “Ja” wird durch ein einmaliges Nicken nach unten ausgedrückt und “nein” mit einer Kopfbewegung nach oben, die manchmal durch ein Schnalzen mit der Zunge bekräftigt wird. Auch hochgezogene Augenbrauen können “nein” bedeuten, ebenso wie der erhobene Zeigefinger, der mit nach außen zeigender Handfläche hin und her bewegt wird. Mit dem Zeigefinger auf jemanden zu zeigen oder jemanden heranzuwinken gilt als unhöflich. Gegenstände werden mit der rechten Hand oder mit beiden Händen weitergereicht oder angenommen, niemals jedoch mit der linken allein. Ebenso unhöflich ist es, die Fußsohlen zu zeigen. 

 

EINLADUNGEN Gastfreundschaft besitzt eine lange Tradition. Es wird als Ehre angesehen, Gäste im Haus bewirten zu dürfen. Freunde und Verwandte besuchen einander oft, um ihre Verbundenheit auszudrücken. Gästen wird Kaffee oder Tee angeboten. Es gilt als unhöflich, sich sofort nach dem Essen zu verabschieden. Ausländische Besucher sollten politische oder religiöse Diskussionen vermeiden, es sei denn, sie werden vom Gastgeber dazu aufgefordert. 

 

ESSGEWOHNHEITEN Die Hauptmahlzeit des Tages wird zwischen 12.00 und 15.00Uhr eingenommen und kann zwei oder mehr Stunden dauern. Für europäische Speisen oder Reisgerichte benutzt man nach westlicher Tradition Besteck. Für viele Gerichte benutzt man die rechte Hand, z.B. für Tabbouli, einem beliebten Salat aus geröstetem Weizen, Petersilie, zerkleinerten Zwiebeln, gewürfelten Tomaten und anderem Gemüse. 

 

Lebensweise

FAMILIE Die Mitglieder libanesischer Familien sind sehr eng miteinander verbunden. Cousins und Cousinen stehen einander so nahe wie Geschwister. Die Familien in den Städten sind normalerweise kleiner als Familien in ländlichen Gegenden. Innerhalb der Familien herrscht eine strenge Diziplin, Kinder achten ihre Eltern und andere ältere Familienmitglieder. Der Vater ist das Familienoberhaupt, die Mutter kümmert sich um den Haushalt und die Kinder. Im Libanon gibt es eine ausgeprägte Klassengesellschaft, in der Wohlhabende Zugang zu gehobener Bildung, guten Arbeitsplätzen und Luxus haben, während dies den Armen vorenthalten ist. Von alters her sind die Familien maronitischer Christen die wohlhabendsten und mächtigsten des Landes. 

 

VERABREDUNG UND HEIRAT Ursprünglich war es sowohl in christlichen als auch in muslimischen Kreisen üblich, daß Ehen von den Eltern arrangiert wurden. Heutzutage übernehmen christliche und urbane muslimische Familien immer mehr westliche Verhaltensweisen, sodaß junge Leute mehr Mitspracherecht haben bei der Partnerwahl. In ländlichen Gegenden wird weiterhin an alten Traditionen festgehalten. Die finanzielle Unabhängigkeit ist Voraussetzung für eine Eheschließung, sodaß viele Männer erst Ende zwanzig oder Anfang dreißig heiraten, Frauen dagegen mit Anfang zwanzig. Christen lehnen eine Scheidung grundsätzlich ab, während die Gesetze des Islam eine Scheidung gestatten. Das libanesische Gesetz gewährt jeder religiösen Gemeinschaft eigene Gerichte, um über persönliche Angelegenheiten wie Ehe, Scheidung und Erbe dem jeweiligen Glauben entsprechend zu urteilen. 

 

ESSEN UND TRINKEN Die Speisen der libanesischen Küche sind zumeist stark gewürzt. Eintöpfe sind die Spezialität des Landes. Bei besonderen Anlässen wird das traditionelle Meza genossen, ein Buffet, bei dem die Gäste aus einem reichhaltigen Angebot an Gerichten auswählen können. Kibbeh ist ein beliebtes Rindfleischgericht, das man gebacken, gebraten oder roh ißt. Arrak, ein starker Branntwein nach altem Rezept, wird zu vielen libanesischen Mahlzeiten gereicht. Strenggläubige Muslime trinken jedoch weder Alkohol, noch essen sie Schweinefleisch. 

 

FREIZEIT Der beliebteste Sport im Libanon ist Fußball. Je nach Saison geht man gern an den Strand oder fährt im Winter Ski. Auch die Kinos sind gut besucht. Ein geschätztes Freizeitvergnügen ist der Besuch bei Freunden und Bekannten. Vor dem Krieg war Beirut Zentrum des kulturellen Lebens in der arabischen Welt. 

 

FEIERTAGE Die gesetzlichen Feiertage sind Neujahr (1.Januar), der Tag der Arbeit (1.Mai) und der Unabhängigkeitstag (22.November). Christliche Feiertage sind Ostern (Karfreitag bis Ostermontag), Maria Himmelfahrt (15. August) und Weihnachten (25.Dezember). Zu den Feiertagen der Muslime gehören Eid el-Fitr, das Fest zum Ende des Fastenmonats Ramadan, das islamische Neujahr, Eid el-Adha, das Opferfest, welches während der Wallfahrt der Muslime nach Mekka begangen wird, und der Geburtstag des Propheten Mohammed (a.s.s.). Die Termine der islamischen Feste richten sich nach dem islamischen Mondkalender und verschieben sich im Verhältnis zum viktorianischen Kalender jährlich.

 

HANDEL UND GEWERBE Die reguläre Arbeitszeit ist Montag bis Donnerstag von 8.00 bis 12.00Uhr und von 15.00 bis 18.00Uhr. Viele Büros und Geschäfte schließen am Freitag, dem heiligen Tag der Muslime, bereits um 14.00Uhr. 

 

 

Die Gesellschaft

REGIERUNG Libanon ist eine parlamentarische Republik. Der Staatspräsident muß ein maronitischer Christ, der Ministerpräsident ein sunnitischer Muslim und der Parlamentspräsident ein schiitischer Muslim sein. Seit 1990 werden die Sitze im Parlament zu gleichen Teilen an Christen und Muslime verteilt. Das Kabinett setzt sich zu gleichen Teilen aus Christen und Muslimen zusammen. Der Staatspräsident ist das Staatsoberhaupt und Inhaber der Exekutive. Er wird auf sechs Jahre vom Parlament gewählt. Die Legislative liegt beim Parlament, das für vier Jahre gewählt wird. Für Männer besteht ab dem 21.Lebensjahr Wahlrecht, während Frauen nur mit Grundschulausbildung zur Wahl zugelassen sind. 

 

WIRTSCHAFT Vor dem Bürgerkrieg war Beirut das Wirtschaftszentrum Südwestasiens. Banken, Handel und Tourismus blühten. Viele Araber aus anderen Ländern hatten ihren zweiten Wohnsitz im Libanon. Die Industrie war moderner als in vielen anderen Ländern des Nahen Ostens. Der Bürgerkrieg zerstörte die Infrastruktur und ruinierte die Wirtschaft, doch ist der Wiederaufbau mit Hilfe ausländischer und privater inländischer Investitionen in vollem Gange. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg 1995 um etwa sieben Prozent. Hauptanbauprodukte sind Obst, Getreide, Kartoffeln, Tabak, Oliven und Zwiebeln. Das BIP pro Kopf betrug 613 US-Dollar (1991). Inflation und Arbeitslosigkeit sind weiterhin hoch. Währungseinheit ist das Libanesische Pfund. 

 

VERKEHR UND KOMMUNIKATION Große Teile der Verkehrsverbindungen wurden während des Bürgerkrieges zerstört, der größte Teil des Eisenbahnnetzes ist auch heute noch nicht wieder in Betrieb. In der Stadt fahren Busse und Taxen. Taxen können am roten Nummernschild erkannt werden. Viele Familien besitzen ein eigenes Auto, sodaß der Verkehr in den Städten sehr dicht sein kann. Das Kommunikationsnetz wurde ebenso wie das Beförderungssystem durch die Kämpfe zerstört und befindet sich derzeit im Wiederaufbau.

 

BILDUNGSWESEN Es gibt sowohl staatliche als auch private Schulen. Wer das Geld aufbringen kann, läßt seine Kinder Privatschulen besuchen. Der Bürgerkrieg beeinträchtigte das Bildungssystem, doch die Schulen paßten sich an die schwierigen Verhältnisse an. Die Schuljahre wurden, wenn nötig, verlängert und der Unterricht intensiviert. Der Alphabetisierungsgrad liegt bei 92 Prozent (1995). 

 

GESUNDHEITSWESEN Eine gute medizinische Versorgung ist allen Bewohnern möglich, obwohl auch das Gesundheitswesen vom Krieg beeinträchtigt wurde. Die Kindersterblichkeitsrate beträgt 40 Sterbefälle pro 1000 Lebendgeburten (1990), die durchschnittliche Lebenserwartung 69 Jahre (1995).